Hawai'i ~ Mythen & Geschichte

Die Inselgruppe von Hawai'i liegt ca. 3.300 Km vom nächsten Kontinent entfernt, und ist somit die abgelegenste Insel der Erde. Ihren Schöpfungsbeginn vor etwa 25 Millionen Jahren verdankt sie einem Riss im Meeresboden, lange bevor Menschen auf der Erde existierten. Durch diesen hot spot strömte Jahrtausende lang Lava, und formte so die 137 Inseln von Hawai'i, von denen fast alle unbewohnt sind. Die 8 bewohnten Hauptinseln von Hawai'i sind Ni'ihau, Kaua'i, O'ahu, Moloka'i, Lana'i, Kaho'olawe, Maui und Hawai'i (Big Island). Hawai'i ist der 50. Bundesstatt der USA , gehört zum Kulturraum Polynesiens und bildet die nördliche Spitze des sogenannten polynesischen Dreiecks. Die gesamte Einwohnerzahl liegt bei ca. 1,2 Millionen, die Hauptstadt ist Honolulu mit ca. 390.000 Einwohnern.

polynesisches Dreieck ~ 2 = Hawaii (oben)

Auf Big Island, der größten Insel, sind der Mauna Loa und der Kilauea noch tätig. Die Schildvulkane Hawai'is sind die größten Vulkane der Erde, der Kilauea ist der aktivste Vulkan. Seine Lava sprudelt ununterbrochen seit 1983.

Der Legende nach ist der Kilauea Wohnort der Feuergöttin Pele, die durch die Vereinigung von Himmel und Erde geboren wurde. Da Pele aufbrausend war und ihre Schwester, die Meeresgöttin,

bekämpfte, schickte ihr Vater sie von Tahiti fort. In einem Kanu, das sie von ihrem Bruder, dem König der Haie, bekam, verließ sie Tahiti und kam nach Hawai'i, wo sie viele Vulkane schuf. Jedoch jedesmal, als sie einen Vulkan erschuf, kam ihre Schwester, die ihr gefolgt war und löschte das Feuer. Schließlich führten sie einen großen Kampf, in dem Pele unterlag. Daraufhin wurde ihr Geist frei und sie wurde zur Göttin, deren Geist immer noch im Krater Halema'uma'u des Kilauea Vulkans lebt.

Geschichte

Es waren vermutlich Polynesier von den Marquesas-Inseln, welche zwischen dem zweiten und sechsten Jahrhundert (nach anderer Ansicht etwa seit 800 n. Chr.) nach Hawaii gelangten. Eine zweite Siedlerwelle von Polynesiern folgte etwa im 11. Jahrhundert von Tahiti aus. Neben den polynesichen Einwanderern siedelten sich später auch weiße Missionare, Händler und Walfänger in Hawaii an. Für den Zuckerrohr- und Ananasanbau wurden Arbeitskräfte aus China und Japan angeworben, die sich dort ansiedelten. Aus deren Vermischung mit den Ureinwohnern Hawai'is entstanden die berühmten "goldenen Menschen."

Die Seefahrer waren in der Lage, die ungeheure Entfernung von etwa 5500 Kilometern von den Marquesas mit großen Auslegerkanus dank einer ausgefeilten Navigationstechnik zu überwinden. Sie navigierten nach den Sternen, nach der Dünung, nach Wolkenbildung und -zug und nach Vogelschwärmen. All diese Informationsquellen zusammengenommen ermöglichten es ihnen, über tausende von Kilometern zielgenau eine bestimmte Insel anzusteuern. Ihre Doppelrumpfboote bestanden aus ausgehöhlten und mit Harzen abgedichteten Baumstämmen als Schwimmkörpern. Diese wurden durch sich in der Mitte zwischen ihnen kreuzende Balken zusammengehalten. Auf dem den Schwimmkörpern entgegengesetzten Ende der Balken saß eine teilweise überdachte, leichtgebaute Plattform mit einer Tragfähigkeit bis zu 100 Personen. Zusammengehalten wurde die ganze Konstruktion mit Seilen, die aus den Fasern der dicken Außenschale der Kokosnuss geflochten waren und über eine Haltbarkeit von bis zu fünf Jahren im Salzwasser verfügten. Auch das Segel des polynesischen Doppelrumpfbootes war eine Besonderheit. Mast und Segelfläche bildeten eine Einheit, ähnlich einem überdimensionalen Palmblattfächer mit zwei nach oben zeigenden Spitzen, zwischen denen eine halbkreisförmige Aussparung war, deren tiefsten Punkt die (eingebaute) Mastspitze bildete. Am jeweiligen Ende der beidenSchwimmkörper war zwischen ihnen eine Holzkonstruktion befestigt, in die sich, je nach Bedarf, das Segel stecken ließ. Daher besaß das polynesische Reiseboot im „westlichen Sinne“ weder Bug noch Heck, sondern Bug konnte auch Heck sein und umgekehrt, je nach Fahrtrichtung. Die Segelfläche selbst bestand aus einem seitlich aneinander genähten, aus Palmblattspitzen geflochtenen Band und war zwar an den Enden elastisch und, durch den in der Mitte eingebundenen Mast, steif.

An der Spitze der neu-hawaiischen Gesellschaft standen die Adligen die ihre mystische Abstammung auf Götter zurückführten und ihre Macht auf das Prinzip des Kapu stützten. Das Kapu erlaubt und verbietet bestimmte Handlungen, beziehungsweise den Zutritt zu bestimmten Orten (Tabu). Den Adligen folgten gesellschaftlich die Priester und nach diesen kam das gemeine Volk. Zeitweise kam es zu Kriegen zwischen verschiedenen Stämmen; ein Clan wurde jeweils vom Alii angeführt, einem von den Göttern abstammenden Häuptling, oft eine Frau.

James Cook

Am 18. Januar 1778 landete James Cook auf seiner 3. Pazifikreise in Kauai'i. Der eigentliche Zweck seines Unternehmens bestand darin, eine Passage in den Atlantik zwischen Alaska und Sibirien zu finden. Er nannte die Inseln, auf denen noch immer mehrere Königreiche bestanden, zu Ehren von Lord Sandwich „Sandwich Islands” (Sandwichinseln). Vermutet wird allerdings, dass der Spanier Juan Gaetano bereits 1527 auf Hawai'i landete. Cook betrieb Tauschgeschäfte mit den Einheimischen und ließ neben Schweinen, Ziegen auch div. Saatgut zurück. Allerdings schleppte Cooks Besatzung auch Geschlechtskrankheiten auf der Insel ein, welche die Bevölkerung innerhalb der folgenden 80 Jahre von 300.000 auf 60.000 schrumpfen ließen.

Am 17. Januar 1779 ging Cook mit seinen Schiffen in der Kealakekua-Bucht auf der Insel Hawai'i vor Anker, wo zu dieser Jahreszeit die einheimische Bevölkerung ein Fest zu Ehren des Gottes Lono feierte. Cook wurde sehr gut aufgenommen und wohl sogar als jene Gottheit verehrt. Im Februar 1779 verließ Cook die Inseln, kehrte aber für Reparaturarbeiten an einem seiner durch einen Sturm beschädigten Schiffe wenige Tage später in die Kealakekua-Bucht zurück. Diesmal wurde seine Göttlichkeit bezweifelt, der Empfang nicht mehr so freundlich, und nach einigen Missverständnissen mit den Einheimischen wurden er und ein Teil seiner Mannschaft am 14. Februar 1779 getötet.

Übernahme durch die Vereinigten Staaten

Zwischen 1781 und 1811 wurden die Inseln unter Kamehameha I. geeinigt, dessen fünf Nachfolger bis 1872 regierten.
Ab 1820 ließen sich immer mehr europäische und US-amerikanische Missionare (Kongregationalisten) und Händler in Honolulu nieder, und verdrängten die Einheimischen und ihre Kultur. Hawai'i selbst war sehr erfolgreich mit dem Anbau von Zuckerrohr und Melonen sowie dem Walfang. Verschiedene Könige versuchten durch die Schaffung einer Verfassung den Einfluss der Amerikaner und Europäer einzudämmen.

Hawai'is Unabhängigkeit wurde von den Vereinigten Staaten am 19. Dezember 1842 anerkannt. Der Einfluss der USA wurde dennoch etwa seit 1850 immer größer. 1875 wurde ein Vertrag geschlossen, der es erlaubte, Zucker aus Hawai'i zollfrei in die USA zu exportieren. 1887 konnten die USA nach einer Ergänzung des Vertrags den Marinestützpunkt Pearl Harbor übernehmen. Als Königin Liliuokala(† 1917) den US-amerikanischen Einfluss zurückdrängen wollte, wurde sie 1893 in einem von Plantagenbesitzern und den USA unterstützten Putsch gestürzt und 1894 die Republik Hawai'i errichtet.

Die Republik war nur von kurzer Dauer. Wegen der großen strategischen Bedeutung wurde Hawai'i während des Spanisch-Amerikanischen Krieges durch eine gemeinsame Entschließung (joint resolution) des Senates und des Repräsentantenhauses vom 7. Juli 1898 durch die Vereinigten Staaten annektiert.
Der formelle Akt fand am 12. August 1898 statt. Diese Machtübernahme stieß bei vielen Einheimischen auf Widerstand und Proteste.

Das US-Territorium Hawai'i erhielt mit dem Hawaiian Organic Act vom 30. April 1900 (in Kraft ab 14. Juni 1900) eine entsprechende Verwaltung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Pearl Harbor zum wichtigsten Flottenstützpunkt der USA ausgebaut. Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 begann für die Vereinigten Staaten der Zweite Weltkrieg und über Hawaii wurde das Kriegsrecht verhängt.

Nachdem die Einwanderung von Asiaten und US-Amerikanern die Hawaiianer zur Minderheit im eigenen Land gemacht hatte, wurde Hawaii am 21. August 1959 nach einem Volksentscheid zum 50. Bundesstaat der USA, und William F. Quinn zum ersten hawaiischen Gouverneur erklärt.

Die USA verabschiedeten 1993 die Apology Resolution, mit der sie den Putsch gegen die Monarchie von 1893 für unrechtmäßig erklärten und sich dafür entschuldigten. Am 23. November 1993 wurde das Gesetz von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet und am gleichen Tag von Präsident Bill Clinton unterzeichnet.

Die polynesische Urbevölkerung, nun in der Minderheit, fordert heute wieder mehr Unabhängigkeit, Rechte und Land für die Hawaiianer sowie eine Sezession von den USA. Heute leben lediglich noch 120.000 der zu Zeiten Cooks 300.000 Nachkommen (meist Mischlinge) der Ureinwohner auf den Inseln.

Die Unabhängigkeitsbewegung und Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen abzubauen sind ein Schwerpunkt des Matsunaga Institute for Peace, das auf einen gewaltfreien Ausgleich der Konflikte hinarbeitet. Der traditionelle Aloha-Geist steht für Gastfreundschaft, gegenseitige Achtung, dem Respekt, der Bescheidenheit und bedingungslose L
iebe.

 

HULA

Hula ist ein erzählender Tanz.

Bestimmte Schrittfiguren folgen dem Takt der Musik oder des (Sprech-)Gesanges, mit anderen
Teilen des Körpers wird eine Geschichte erzählt. Der erzählende Charakter des Hula ermöglicht es, ihn für verschiedene Zwecke zu verwenden: als Kulttanz, zur Bewahrung von Überlieferungen (z.B. Genealogien, Mythen, Sagen), in verschiedenen sozialen Zusammenhängen (z.B. Familie, Adel) oder einfach zur Unterhaltung.

Die Bedeutung des Hula für die hawaiische Kultur kommt am besten in einem Wort des Königs David Kalākaua zum Ausdruck: "Hula ist die Sprache des Herzens und deshalb der Herzschlag des hawaiischen Volkes". Die Hawai'ianische Literatur besteht heute noch in den Gesängen fort und wurde bis vor kurzem über tausende von Jahren mündlich in den mele und oli überliefert und über den heiligen Hula Tanz zu einer ausdrucksstarken Kunstform entwickelt. Durch die Überlieferung der hawaiianischen Werte in Form der oli erhält die Sprache (olelo) eine wichtige Stellung. Bis zu 5 Ebenen von Bedeutungen werden in den Gesängen für Rituale verwendet. Namen hatten aussdruckstarke Bedeutungen und mussten im Verlauf des Lebens auch mal angepasst werden.

Traditionell wird Hula in einem hālau (Schule, urspr.: großes Haus, Halle) unter Leitung des kumu hula gelernt. Die Bezeichnung des Lehrers als kumu (Quelle, Ursprung) zeigt die hohe Wertschätzung und Verantwortung derjenigen, die das Wissen weitergeben.

Die Klassifizierung der verschiedenen Arten des Hula kann nach dem Inhalt des Liedes (mele), den begleitenden Instrumenten oder dem Tanzstil vorgenommen werden. Stark vereinfachend werden heute meist hula kahiko (alte Tänze) und hula auana (moderne Tänze) unterschieden. Diese Unterscheidung bezieht sich eher auf den Tanzstil. Das hawaiische Wort auana bedeutet "sich fortbewegen, entfernen", im Sinne von "vom [alten] Weg abkommen", so dass strenggenommen alles jenseits der ritualisierten überlieferten hula kapu (das Wort kapu steht hier für die Reglementierung) hula auana ist. Bereits in der Zeit König Kalākauas begann sich der hawaiische Tanz zu verändern, auch wenn er zunächst noch weiter mit Sprechgesängen und Rhythmusinstrumenten begleitet wurde. Viele auana - moderne - Tänze sind inzwischen auch bereits mehr als 100 Jahre alt, ebenso werden weiter neue Tänze im kahiko-Stil geschrieben.

Hula kahiko

Hula (Kahiko) - Tänzer, Vorbereitung (z.B. Lernen und Verstehen der Texte, Anfertigung des Schmuckes), Kleidung und Aufführung sind besonders streng geregelt. Für den begleitenden Sprechgesang ist die korrekte Aussprache von großer Bedeutung. Instrumente (z.B.) pahu: Standtrommel aus einem ausgehöhlten Baumstamm (meist Palme), traditionell mit Haifischhaut bespannt und ursprünglich rituellen Tänzen vorbehalten

Hula auana

In dieser Stilgruppe hat der Hula vielfältige Einflüsse vor allem aus westlichen Musikstilen aufgenommen. Die Elemente des Tanzes sind im wesentlichen die gleichen, werden aber der veränderten Begleitung und dem melodischen Gesang angepasst. Dies gilt besonders für Kleidung, Schmuck und Aufführungspraxis, die sich deutlich vom hula kahiko unterscheiden. Diese Wandlungsfähigkeit auf der Grundlage ungebrochener Tradition zeigt die Vitalität des Hula besonders deutlich.

Die Göttin Laka lehrte zuerst die Einwohner von Moloka'i, den Hula zu tanzen. Der Ort des ersten hālau hula wird noch heute als Ka hula piko (Ursprung des Hula) verehrt. Hi'iaka, die Schwester der Vulkangöttin Pele, wird heute als Schutzherrin des Hula verehrt. Sie lernte ihn von Hōpoe, die aus Puna (auf der Insel Hawai'i) stammt, und die Tänze der Alten kannte.

1820-1851 Die Abschaffung des kapu-Systems durch Ka'ahumanu und der Einfluss der christlichen Missionare führten zur Verbannung des Hula aus dem täglichen Leben. 1830 verbot Ka'ahumanu Hula in der Öffentlichkeit, nach ihrem Tod (1832) wurde das Verbot in von christlichen Missionsstationen und frommen Häuptlingen abgelegenen Gebieten nicht mehr durchgesetzt.

Das Verbot des Hula wurde 1851 aufgehoben, öffentliche Vorführungen waren anzumelden und unterlagen hohen Gebühren.

Unter König Kalākaua (reg. 1874-1891) wurden die Einschränkungen aufgehoben. Ferner wurden alte Traditionen - sofern noch vorhanden - wiederbelebt und besonders durch den König gefördert. Bei der Krönungszeremonie und den Feiern zum 50. Geburtstag Kalākauas fanden große öffentliche Hula-Vorführungen statt. Nach der Annektierung Hawai'is (1898) wurde Hula neben anderen Bereichen hawaiischer Kultur unter dem Einfluss der USA zurückgedrängt. Um 1970 begann die bis heute anhaltende Hawaiian Renaissance, die auch zu einer wachsenden Rückbesinnung auf Traditionen des Hula führte. Verwandt mit den Tanzformen anderer polynesischer Völker, hat aber wegen der großen Entfernung Hawaiis zu den anderen polynesischen Inseln eine eigenständige Entwicklung durchl
ebt.

Fischfang und Landwirtschaft sind in der Hawaiianischen Kultur hoch entwickelt und garantieren einen gefüllten Magen. Dabei ist die Verbindung zu 'aina, dem heiligen Land und der gesamten Natur, zentral.

Auf einer Insel ergab sich der Wunsch nach Zusammenarbeit durch den beschränkten Raum von selbst. Deshalb wurde die ohana (erweiterte Familie) jeden Tag gepflegt. Das Zusammenleben ist von Aloha geprägt, der gegenseitigen Achtung, dem Respekt, der Bescheidenheit und von bedingungsloser Liebe. Bevor die Christen in Hawaii eindrangen, pflegten die Kanaka Maoli eine grosse Zahl von Spielen und Sportarten und wussten sich sehr wohl zu unterhalten.

Wie man es im Westen vor nicht allzu langer Zeit auch noch kannte, wird die Herkunft geehrt und die Ahnen der Ohana erhalten, die teilweise als Aumakua (Schutzgott der Familie) einen zentralen spirituellen Status haben. Text- und BildQuelle: wikipedia, freie Enzyklopädie und fotolia.de

 

 

 


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